Die kleinen Dinge genießen

Wer kennt es nicht: Zu spät aufgestanden, gerade so unter die Dusche gehetzt, Make-Up, Kleidung, zack-bumms, ein Brot für unterwegs und raus aus der Tür.
Ein ruhiger Morgen sieht anders aus. Und wenn wir ehrlich sind, ist das nicht die Ausnahme, sondern die Regel, und der restliche Tag sieht meistens genauso aus. Wir hetzen von einem Termin zum Nächsten, fassen uns an den Kopf und wissen gar nicht genau, was wir da eigentlich machen – nur um am Abend völlig fertig auf die Couch zu sacken und zu denken: Wirklich? Das soll es jetzt sein? Mein Leben?

Und dann sind da die anderen Tage. Die, an denen auch nichts klappt. Aber deshalb, weil wir morgens gar nicht erst aufstehen, sondern stundenlang Löcher in die Luft starren und uns fragen, was wir mit diesem Tag jetzt eigentlich anfangen sollen. An denen wir uns zum Nötigsten, zu den Dingen, die tatsächlich irgendwie getan werden müssen, aufraffen, und ansonsten im Zombiemodus vor uns hinschlurfen. Uns fragen, was wir hier eigentlich tun. Wir haben doch eigentlich so viel Zeit, so viel Energie, warum kriegen wir trotzdem nichts zustande?

Wer diese Tage, sowohl die eine als auch die andere Art, kennt, der weiß, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, wirklich jetzt gerade im Moment zu sein. Sich wirklich lebendig und einfach da zu fühlen.

Es ist schwierig, sich aus dem eigenen Kopf und der eigenen To-Do-List herauszukämpfen und einfach mal zu genießen, ohne schlechtes Gewissen und ohne eigentlich schon bei der nächsten Aufgabe zu sein. Und sich mal darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist.

Manchmal hilft es schon, einen Moment am Tag inne zu halten, auszusteigen aus Alltagstrab und dem Gedankenkarussel und die kleinen Dinge zu zelebrieren und zu genießen. Manchmal muss man sich dafür extra Zeit freiräumen. Aber diese 10 Minuten bis zu mehreren Stunden Zeit, die ihr euch dafür frei schaufelt, einfach mal nur eine Sache richtig mit Herz und Verstand zu machen, lohnen sich. Und tragen so, so viel zu eurem Wohlbefinden bei. Versprochen.

Wenn ihr nicht recht wisst, wo genau ihr damit anfangen sollt – hier ein paar kleine Ideen, mit denen ihr euch den Alltag verschönern könnt. Gerade jetzt, wo es draußen wieder wärmer wird:

  1. Geht raus. Wirklich. Schaltet den PC aus, geht spazieren, erkundet eine Ecke der Stadt, die ihr noch nie gesehen habt. Holt euch einen Stadtführer der Stadt, in der ihr schon ewig lebt, sucht euch eine Touristen-Route aus und zieht sie durch. Verabredet euch mit einer Freundin zu einem langen Spaziergang. Macht Fotos, erzählt euch, was euch gerade so beschäftigt.
  2. Sich endlich einfach mal in das nette Café an der Ecke setzen und einen Eiskaffee ordern – auch allein. Sich nach draußen in die Sonne setzen und Leute beobachten.
  3. Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal draußen auf der Wiese getobt? Ja, vielleicht ist nicht jeder eurer Freunde für Fangen, Verstecken oder Federball zu haben. Aber, wer das Glück hat sich hier Nichte, Neffen oder das Kind von Freunden ausleihen zu können – macht das! Hunde sind übrigens auch super!
  4. Mehr barfuß gehen. Geht natürlich nicht überall. Aber zumindest zuhause, im eigenen Garten, am Strand, an Flüssen oder Seen – einfach mal auf die Schuhe verzichten. Und mal wieder was unter den Fußsohlen spüren.
  5. Tanzen. Singen. Macht SO unfassbar glücklich. Ob allein zuhause zum Lieblingslied, mit dem Freund im Supermarkt, mit der Freundin im Auto oder auf dem nächsten Konzert.
  6. Apropos Konzerte: Jetzt, wo es nicht mehr so kalt ist, sind die Hemmungen, noch spontan abends rauszugehen doch um einiges geringer. Einfach mal informieren, wo was in eurer Stadt stattfindet – ein Konzert in einer winzigen Kneipe, eine Lesung, eine Vernissage, eine Filmvorführung, ein Vortrag, vielleicht eine Sportsveranstaltung – egal was, geht hin, schaut es euch an und erlebt etwas Neues. Gerade an der Uni ist es super einfach, weil dort so gut wie jeden Tag irgendetwas stattfindet.
  7. Sich mit einem guten Buch in die Sonne legen. Sich einen schönen Platz auf dem Balkon, im Garten oder im Stadtpark aussuchen und einfach mal eine Stunde völlig in einer anderen Welt verschwinden. Funktioniert natürlich auch mit schreiben und zeichnen.
  8. Bewegung. Ja, es klingt abgedroschen, aber wenn man für sich die richtige Sportart gefunden hat, kann man dabei automatisch ganz wunderbar den Kopf abschalten (bei mir ist das beim Yoga so). Einfach mal ein bisschen ausprobieren, was am besten funktioniert. Und bei gutem Wetter fällt es doch automatisch leichter rauszugehen.
  9. Zurück geben. Das muss nicht unbedingt direkt ein Ehrenamt sein, aber einfach mal im Alltag nicht im eigenen Trott versinken und auf seine Mitmenschen achten. Ein Kompliment machen. Jemanden anlächeln. Das zaubert nicht nur euren Mitmenschen ein Lächeln auf’s Gesicht, sondern sorgt auch bei euch für einen Endorphinschub.
  10. Atmen. Wenn gar nichts mehr geht: Haltet einen Moment inne und konzentriert euch nur auf euren Atem. Vielleicht versucht ihr es sogar mit Entspannungs- oder Meditationsübungen, die holen euch an einem stressigen Tag ganz schnell wieder runter.

Gastautorin: Eva

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