Lasst uns alle öfter dankbar sein!

Es ist schon ein paar Wochen her, als ich in der Bahn auf dem Weg zur Uni war und die Sonne ganz wunderbar in mein Gesicht schien. Ich hörte seit langem mal wieder Musik und hatte gerade „Vier Leben“ von Bosse auf den Ohren. Ein, wie ich finde, wunderbares Lied! Und wie ich mir so den Songtext durch den Kopf gehen ließ, der Kaffee im Becher zwischen meinen Händen noch warm war und die Sonne so Glücksgefühle ausschüttend auf meine Nase schien, spürte ich ganz tief in mir ein Gefühl heraufsteigen. Ein Gefühl, welches mich die Augen schließen ließ, meine ganze Brust erfüllte und zugleich zusammenzuschnüren schien. Ein Gefühl, das mir die Tränen in die Augen treten ließ und gleichzeitig ein Lächeln auf meine Lippen setzte. Ein Gefühl, welches ich zuvor nur ganz selten so deutlich und stark empfunden hatte.

Dankbarkeit.

Es war diese Art der Dankbarkeit, die mich mit jeder Faser meines Körpers bewusst werden ließ, wie dankbar ich bin, zu leben. Diesen Moment zu erleben. Diese Person, in dieser Situation, in diesem Leben zu sein. Ich war mir meiner selbst und meinem Platz in meinem Umfeld in diesem Augenblick so bewusst – und so glücklich darüber.

Dankbarkeit bekommt man als Kind wahrscheinlich als erstes in Form von „Sag fein Danke!“ beigebracht – wenn man etwas haben möchte, sagt man das Zauberwort bitte, wenn man etwas bekommen hat, sagt man danke. Dabei ist es hier viel mehr Höflichkeit und kommt irgendwann, aufgrund des „Eintrichterns“, fast automatisch über die Lippen. Aber Dankbarkeit ist so viel mehr!

Dankbarkeit ist eng verknüpft mit dem Prozess des Bewusstwerdens der schönen Dinge und Momente. Und ganz oft müssen dies nicht einmal besondere oder seltene Gegebenheiten sein. Ganz oft sind sie im Alltäglichen verborgen. Und genau das ist es, was es schwer macht, sie zu bemerken, zu würdigen, wertzuschätzen. Vieles, um nicht zu sagen der überwiegende Teil unseres sorgenfreien Lebens, ist für uns normal. In der Regel kommt uns (bei weitem) nicht jeden Tag in den Sinn, wie froh und dankbar wir sind, ein Dach über dem Kopf zu haben, abends in ein kuschliges Bett krabbeln zu können, Beine zu haben, die gesund sind und uns tagtäglich von A nach B tragen, einen Kühlschrank zu besitzen, der gefüllt ist mit vielen verschiedenen Leckereien – ich könnte die Liste an dieser Stelle noch viel länger werden lassen. Das alles ist für uns normal. Wir machen uns üblicherweise nur das bewusst, was wir nicht besitzen, was wir noch nicht geschafft haben und uns noch nicht kaufen können. Und das ärgert uns, macht uns bisweilen unglücklich und unzufrieden.

Ja, jeder hat Ziele und Träume – seien sie materieller oder immaterieller Natur. Die eine teure Tasche, die einfach perfekt ist, die Traumwohnung in der optimalen Lage, die große Weltreise. Daran ist nichts falsch. Es ist ganz natürlich und kann durchaus auch Motivation sein. Wir haben etwas Bestimmtes in unseren gedanklichen Warenkorb gelegt oder uns etwas vor unserem inneren Auge ausgemalt und wollen an den Punkt kommen, uns das leisten zu können. Wir sparen darauf hin – klagen dann aber, wenn es viel länger dauert, als es uns lieb ist oder wenn es in näherer Zukunft erst einmal gar nicht realisierbar ist. Wir werden traurig. Unzufriedenheit macht sich in uns breit.

Ist es für unsere Gedanken und damit für unser Wohlbefinden also nicht viel positiver, uns das zu vergegenwärtigen, was da ist? Uns über die materiellen und immateriellen Schätze zu freuen, die wir bereits besitzen? Für alles dankbar zu sein, was unser Leben bereichert – egal ob alltäglich oder besonders? Ja!

„Danke doch lieber für das, was du bekommen hast;
auf das andere warte und freue dich, dass du noch nicht alles hast.“
Lucius Annaeus Seneca

Es gibt so viele Gründe, dankbar zu sein. Du musst dich nur einmal umschauen, dich bewusst darauf einlassen, dir einen Moment Zeit nehmen und gedanklich durchgehen, wofür du dankbar bist.
Eine schon viel beschriebene und oft empfohlene Routine, die auch du dir angewöhnen könntest und die dich mit Sicherheit zufriedener und glücklicher machen wird, ist die, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Nimm dir dazu ein Notizheft, das kann ganz schlicht oder aber schön gestaltet sein, und fange an, (vorerst beispielsweise) eine Woche jeden Abend ein paar Minuten damit zu verbringen, drei Dinge aufzuschreiben, für die du im Laufe des jeweiligen Tages dankbar warst. So entsteht eine lange Liste und vielleicht sogar ein ganzes Büchlein voll mit Dankbarkeitsgründen. Und du wirst sehen: Wenn du all diese Punkte aufgelistet siehst, fühlst du dich ganz bestimmt schon bald viel zufriedener und erfüllter. Weil du siehst, was du schon hast, und das, was noch nicht da ist, im Vergleich dazu gar keine so große Rolle mehr spielt. Und denk daran: Es müssen keine großen und bedeutenden Sachen sein. Wie oft freut mich sich zum Beispiel über den heißen Kaffee am Morgen, die Sonnenstrahlen, die durchs Küchenfenster fallen, das Lachen eines kleinen Mädchens im Park, gute Musik im Ohr auf dem Weg zur Arbeit, ein leckeres Eis nach Feierabend, ein schönes Telefonat mit der Freundin, Post von der Familie, …

Wofür warst du heute dankbar?

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