In 10 Schritten zum gelungenen Vortrag


Egal, ob in der Schule, an der Uni oder im Job – Vorträge zu halten ist etwas, um das man kaum herumkommt. Und kaum etwas, das mit mehr Nervosität und Vorbereitung verknüpft ist. Dabei ist es gar nicht so schwer, zumindest mit einem guten Gefühl in einen Vortrag reinzugehen. Diese 10 Schritte sollen euch als Orientierung dienen, wie ihr euch auf eine anstehende Präsentation vorbereitet und sie rocken könnt:

1 Organisation

Wenn du weißt, dass ein Referat oder eine wichtige Präsentation ansteht, setz dich zunächst einmal hin und mach einen Plan. Markiere dir den Termin im Kalender und rechne ausreichend Vorbereitungszeit mit ein. Fang dabei chronologisch von hinten an: Wann soll alles fertig sein? Wann will ich nochmal dafür üben? Wann habe ich Zeit, um die Präsentation und das Handout zu erstellen? Wann Zeit für Recherche? Und so weiter und so fort. Dann kommst du von ganz allein auf den Termin, an dem du anfangen solltest, dich vorzubereiten. Und die Zeitfenster, die du dir selbst einräumst, dienen als Orientierung und nehmen dir das Gefühl, alles auf einmal machen zu müssen.

2 (Grob-)Recherche

Sobald dein Thema steht, beginne mit einer groben Recherche, die dir ein möglichst weites Bild von deinem Thema vermittelt. Einzelheiten sind hier vorerst nicht so wichtig, Hauptsache, du weißt schon einmal in etwa, worum es geht. Effiziente Recherche ist eine Kunst für sich, ich persönlich starte immer mit Übersichtswerken (Enzyklopädien, Einführungswerken, manchmal auch Wikipedia) und sichte dann von da aus weitere Literaturquellen.

3 Absprache und Fragestellung

Wenn die Grobrecherche steht und du einen Überblick über dein Thema hast, wird es Zeit, sich für eine konkrete Fragestellung bzw. Aufgabenstellung zu entscheiden. Hol dir hier noch einmal deinen Dozenten oder deinen Ansprechpartner für den Vortrag an Bord, viele haben nämlich schon genaue Vorstellungen davon, wie das Thema behandelt werden sollte. Vielleicht gibt es eine bestimmte Frage, die beantwortet werden soll. Oder möchtest du eher einen Überblick vermitteln? Gilt es eine bestimmte Theorie oder einen Lösungsansatz zu präsentieren? Solche Fragen solltest du vorher klären und im Hinterkopf haben.
Der klassische Vortrag (zumindest an der Uni) besteht aus Präsentation und Handout, muss aber nicht zwangsläufig so aussehen. Auch hier macht es Sinn, das vorher mit dem Verantwortlichen abzusprechen. Möchtest du andere Anschauungsmaterialien z.B. Videos, Audiodatein, Material zum Rumreichen, etc. benutzen? Denk daran, dass du dir diese organisieren und in den Vortrag eingliedern musst.

4 (Fein-)Recherche

Jetzt, wo du weißt, wie die Zielsetzung deines Vortrages aussieht, geht es noch einmal an die Recherche, mit Hinblick auf die Zielsetzung. Hier gilt es jetzt, auf die Details und Zusammenhänge zu achten. Mit diesem Schritt erstellst du im Wesentlichen den Inhalt des Vortrages.

5 Gliederung

Wenn du deine Informationen zusammenhast, setz dich mit einem Blatt Papier hin und mach dir Gedanken über deinen Vortrag. Schreibe auf, welches Ziel du mit dem Vortrag verfolgst. Lass dir die Informationen, die du zur Verfügung hast, noch einmal durch den Kopf gehen. Überlege, wie sich diese am sinnvollsten präsentieren lassen. Wie könnte hier die Reihenfolge aussehen, welcher Aufbau macht Sinn? Denke vor allem daran, dass deine Zuhörer in dem Thema unter Umständen nicht so bewandert sind wie du. Welche Reihenfolge ist also für dein Publikum sinnvoll und nachvollziehbar?

6 Präsentation

Für eine Folien-Präsentation gilt generell: Erlaubt ist, was gefällt. Und, was Sinn für den Vortrag macht. Stellst du zum Beispiel Datenauswertungen oder Umfrageergebnisse vor, wäre es sinnvoll, diese auch visuell abzubilden. Hältst du ein Referat über eine historische Person? Hier wären Fotos oder Porträts zielführend. Hat dein Vortrag eine stark analysierende Ausrichtung und du interpretierst z.B. ein Bild oder einen Text? Auf die Folie damit! Auch abstrakte Zusammenhänge kannst du mit Hilfe von Pfeilen und Grafiken veranschaulichen. Vergiss nicht: Menschen sind visuelle Wesen. Nutze das für dich.

7 Handout / Thesenpapier

Beim Erstellen eines Handouts ist es nützlich, sich in die Rolle des Publikums zu versetzen und sich zu fragen: Wenn ich mir diesen Vortrag anhören und dieses Handout mit nach Hause nehmen würde, was würde ich mir wünschen, was darauf steht?
Denk daran, dass dein Handout nicht gleich deine Präsentation sein sollte. Natürlich macht es Sinn, sich an Aufbau und Struktur zu orientieren – aber ein Handout kann und sollte durchaus auch Informationen enthalten, die auf den Folien nicht ausführlich vertreten sind, oder ganz rausfallen, weil du sie zum Beispiel mündlich erklärst.

8 Vortragen

Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Präsentation finden sich wie Sand am Meer, hinzukommt, dass jeder sich mit einer anderen, ganz eigenen persönlichen Vortragsweise wohler fühlt.
Ich benutze nie, niemals Karteikarten, sondern hangel mich mittels Präsentation und Handout durch meinen Vortrag und trage frei vor. Was sehr souverän wirken kann, wenn es gut läuft. Und richtig, richtig schiefgehen kann, wenn es nicht gut läuft. Ich habe aber auch schon Kommilitonen gesehen, die sich an ein vorgeschriebenes Skript gehalten und sehr überzeugend vorgetragen haben. Ihr müsst hier ein bisschen rumprobieren, was für euch am besten funktioniert.
Ich persönlich habe für mich festgestellt, dass es hilft, bewusst Tempo aus dem Erzählfluss zu nehmen. Also nicht alles runterrattern, sondern langsam und bewusst sprechen, sich Zeit nehmen, atmen und genau ausformulieren, was ihr sagen wollt.

9 Kenne deine Technik

„Bitte, bitte, bitte macht euch vor eurem Vortrag mit der Technik, die ihr benutzt, vertraut“, sagte einer meiner Dozenten einst, als er mit uns über Präsentationen diskutierte. Und er hat absolut Recht: Es gibt kaum etwas ärgerlicheres, als ein tolles Video zu haben – das sich leider nur ohne Ton abspielen lässt. Eine Präsentation, die sich nicht öffnen lässt. Ein USB-Stick, der vom PC nicht erkannt wird. Wenn ihr multimedial unterwegs sein wollt, geht sicher, dass das technisch auch tatsächlich möglich ist – und sprecht das Vorab mit eurem Dozent/Verantwortlichen ab.
Wichtige Dateien solltet ihr immer doppelt und dreifach dabei haben: als PDF, in anderen Dateiformaten, auf zwei unterschiedlichen USB-Sticks, den ganzen Dateienwust am besten sicherheitshalber noch einmal im Netz haben, in der Drop-Box oder auch sich selbst oder dem Dozenten per Mail geschickt.

10 Spielereien

Es gibt, neben den grundlegenden Tipps zum Thema Vorträge, ein breitgefächertes Diskursfeld. Wenn man seinen Vortrag ein wenig aufpeppen möchte, kann man sich da deshalb gerne informieren und das umsetzen. Z.b. Storytelling in Vorträgen oder Techniken, mit denen man seine Zuhörer bei der Stange hält (Ausfüllen von Lückentexten). Auch ungewöhnliche Vortragstechniken sind denkbar. Einer meiner Kommilitonen sang die wichtigen Teile seines Vortrags mal laut vor. Weil er gelesen hatte, dass man sich Inhalte so besser merken kann. Es gibt da viele, teils sehr lustige und verrückte Sachen, die man gerne ausprobieren kann, wenn man es sich zutraut – ihr solltet nur sichergehen, dass das, was ihr vorhabt, auch zu eurem Vortrag passt, sonst kann es ganz schnell skurril werden.

11 Kein Vortrag ist perfekt

Egal, wie gut ihr vorbereitet seid, egal, wie selbstbewusst ihr vortragt, egal, wie sehr ihr euch gegen jegliches technische Versagen gewappnet habt – irgendwas wird immer nicht richtig funktionieren, an irgendeiner Ecke hätte es immer noch „ein bisschen besser“ sein können. Das passiert. Wir sind alle nur Menschen und dass hin und wieder etwas schiefgeht, ist normal. Macht euch deshalb nicht verrückt und lasst euch davon nicht entmutigen. Übung macht den Meister. Aus einer Panne könnte ihr lernen. Und meistens sind kleine Fehler gar nicht so tragisch – im Gegenteil, sie machen sogar sympathisch 😉

Gastautorin: Eva

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*