Mehr Herz investieren


Und manchmal weißt du nicht, was mit dem passiert, was du investierst. Was du bekommst, wenn du etwas gibst. Was werden wird, wenn du alles getan hast, was du konntest.
Ein Investment ist immer ein Risiko, das muss man sich klar machen. Und dennoch, viele verzweifeln daran.
Und trotzdem bleibt einem immer dieser eine kleine Funke an Hoffnung, dass es sich lohnen wird. Dass das, was du gegeben hast, eine Reaktion hervorruft, die du dir ersehnt hast. Und selbst wenn nicht: Kein Investment ist umsonst. Es kann einen schwächen und es kann wehtun, aber es verliert nie seine Bedeutung.

Der Mensch ist ein verletzbares Wesen, denn er macht sich selbst freiwillig immer wieder verletzbar. Der Mensch ist ein verletzbares Wesen, weil er lieben kann. Und trotzdem, man hat doch nun mal nur das eine Herz und was gibt es denn schöneres, als dieses immer wieder zu verlieren?

Die Angst etwas zu verlieren bleibt leider meist größer, als der Drang etwas zu gewinnen

Das, was man sicher besitzt, wird so dermaßen behütet, dass jegliche Versuche, es im Tageslicht anzuschauen, oder es gar als Einsatz zu erwägen, abgewehrt werden. Woher kommt die Angst einfach durch den dunklen Tunnel auf das Licht des Ausganges zuzugehen, wieso warten alle auf ihre Taschenlampe?
Weil es so einfach ist, die Notwendigkeit der eigenen Anstrengung zu umgehen, indem man bloß dasteht und wartet. Auf diese Hilfe, die einem die mögliche Angst abnimmt. Man traut sich selbst einfach nicht genug. Man hat die Absicherung, falls man fällt. Die Absicherung ist das, auf was man sich verlässt nicht der eigene Wille und das Vertrauen in sich selbst.

Ich gehe dieses Risiko jedoch ein. Ich investiere – jeden Tag aufs Neue und auf eine andere Weise. Ich stehe nicht bei den anderen und warte, bis die Taschenlampen verteilt werden. Am Ende bleibt doch eh die Frage, ob es für alle
eine geben wird. Ich schlucke lieber meine Angst mit einer gesunden Portion Naivität hinunter und schaue, wohin ich gehe. Ich gehe einfach los mit meinem Mut mich kopfüber in Dinge zu stürzen, die es mir auch dessen wert erscheinen, und meiner Leidenschaft diesen Wert aufrecht erhalten zu wollen. Ich will meine Zeit nicht für Dinge zu verschwenden, die mich warten lassen.

Und auch du solltest nicht mehr warten. Darauf, dass dir jemand sagt, dass du dein Herz investieren sollst. Erkenne, dass du eigentlich keine Taschenlampe brauchst, wenn du dir einfach die Angst nimmst, selbst zu entscheiden und selbst zu investieren. Jedes Mal aufs Neue.

Natürlich muss man darauf achten, wie viel Herz man investiert, auch wenn das zeitweise sehr schwer fällt. Und damit aufzuhören, wenn dein Einsatz seinen Wert verliert. Es ist leicht, sich das Herz brechen zu lassen. Umso schwerer ist es, es selbst zu tun.

So sehr man den Mut aufbringen sollte, im richtigen Moment alles auf eine Karte zu setzen, und seinen Einsatz zu erhöhen, darf man auch nie vergessen, wie tief man fallen kann.
Aufprallen tut weh. Aber nie so sehr wie ein trauriges, nicht liebendes Herz.

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