Warum du nicht sein Opfer sein solltest

Ich habe gedatet, unzählige Male. Ich habe geküsst, oft und bedingungslos. Habe geliebt, ein Mal. Aber sehr intensiv.

Steckt mich in die „twenty something“-Schublade – ich gehöre da rein.
Doch bei all den miesen und guten Dates, bei alle den „good and bad boys“ kam eine Erkenntnis: Wir werden als das Schwache, das Kleine dargestellt. Wir Frauen sind empfänglicher für Gefühle, Empathie, Tiefgang. Das ist nichts Neues, doch es scheint so, als sei das etwas Schlechtes. Was eher ein Zeichen von Stärke und Rückgrat ist, wird als debil abgetan.

Die meisten Männer, die ich getroffen habe, haben sich dargestellt, als hätten sie die Zügel in der Hand. Dass sie das Recht haben, alleine zu entscheiden, wie Dinge, Situationen, Gefühle und somit eventuelle Beziehungen zu laufen haben. Passt dir das nicht, dann bist du das Problem – so die Darstellung.

Das war ich mal. Ich habe mitgezogen. Habe mich in Affären gestürzt und gehofft, es entwickelt sich mehr. Habe Beziehungen begonnen, die nicht auf Augenhöhe stattfanden, in denen Er der Meinung war, den Ton anzugeben. Ich habe meinen Stolz runtergeschluckt, mein Ego verschwinden lassen und meine eigenen Regeln gebrochen.

Meine letzte Beziehung verlief ebenfalls so. Und diese hat mir die entscheidende Kraft gegeben. Ich habe sein Ego Problem bemerkt, seine Unsicherheit, die durch seine Arroganz herausstach. Er sah sich als etwas großes, betitelte sich als Alpha Männchen (No Joke) und ich sah ihn von Beginn eher als den Typ Mann an, der kompletter Durchschnitt war. Seine Selbstwahrnehmung war nicht identisch mit der Realität. Und auf einmal klickte es. Ein kleiner Moment, ein Satz hat das Fass zum Überlaufen gebracht und ich wollte kein Opfer mehr von seinen Allüren sein. Ich habe den Mund aufgemacht, ich habe Grenzen gesetzt, stand endlich, nach all den Jahren zu mir und meinen Gefühlen. Stand selbstbewusst meine Frau und habe ihm die Leviten gelesen.

Denn nach all den miesen und guten Dates, bei all den „good and bad boys“ kam die Erkenntnis zurück. Ich muss nicht schlucken, wenn ich nicht will! Muss meine Gefühle nicht unterdrücken, Meinungen und Ansichten verstecken, nur weil sie für Reibereien sorgen. Weil sie seinem Ego nicht gut tun.

Den Antrieb und die Motivation zu finden, ehrlich und aufrichtig und vor allem loyal zu sich zu stehen, dazu braucht es Mut und genügend Respekt der eigenen Person gegenüber. Doch es fühlte sich unendlich befreiend an, ich fühlte mich von mir selber aufgefangen und war endlich im Reinen. Es tut unfassbar gut, zu wissen, dass es keine zweite Person braucht, um vollkommen zu sein, dass ich meine Zeit lieber in Menschen investiere, die mich bedingungslos lieben.

Jungs sind Jungs. Und es ist ok, dass sie so sind, wie sie sind. Es gibt Gründe, warum Menschen ticken, wie sie nun einmal ticken. Aber es gibt auch Gründe, warum wir das nicht hinnehmen sollten. Du bist nicht das Opfer seiner Handlungen, das ist nicht dein Kampf, sondern seiner. Sei maskulin genug, um zu deiner femininen Art zu stehen und zu gehen, wenn es soweit ist!

Eine Beziehung, ganz gleich welcher Art, die nicht auf Augenhöhe stattfindet ist keine Beziehung, sondern Zeitvertreib. Überlege dir gut, ob du deine Zeit mit schlechter Energie und Sorgen vollpacken willst und in einen Menschen investierst, der dich nicht so akzeptiert wie du bist.

Gastautorin: Kathi

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