Warum Liebeskummer gut tut

Verdammt, es tut so weh. So viel schrecklicher, als ich es mir je vorgestellt habe.
Es zieht sich dermaßen in die Länge. Das ist der Grund, warum es so schlimm ist – nicht die Intensität, sondern die Tatsache, dass ich nicht loslassen kann.
Ich muss mich lösen, aber ich will, ich kann nicht. Es ist nicht komplett vorbei. Noch ist kein Ende in Sicht.

Liebeskummer ist scheiße! Und Liebeskummer trifft (fast) jeden. Nun hat es auch dich getroffen – schon wieder. Es fühlt sich an, als wäre dein Herz in Stücke geteilt. Alles, was du dir nach dem letzten Schmerz aufgebaut hast, deine ganze Entwicklung, die du hinter dir hast, scheint verloren zu sein. Jetzt bist du wieder an dem Punkt, an dem du bereits warst. Rückschritt. Dabei hattest du dir doch das letzte Mal geschworen, dass du dein Herz nie wieder an einen Mann verlieren wirst.
Es gibt verschiedene Phasen des Liebeskummers. Jeder durchlebt diese Zeit anders und manch eine Phase vielleicht auch gar nicht, aber die meisten von uns haben diese Phasen bereits durchlebt.

Die Vorahnung

Die erste Phase nimmst du häufig erst im Verlauf der späteren Phasen wahr. Irgendwie hast du doch schon eine Vorahnung gehabt, dass etwas nicht stimmt. Er hat sich verändert, verhält sich irgendwie komisch und wenn du in seiner Nähe bist, ist die Stimmung irgendwie angespannt zwischen euch. Oftmals redet man sich dieses Gefühl schön, ignoriert es oder er behauptet, alles sei okay. Du suchst nach einer Begründung dafür, dass sich etwas zwischen euch ändert und meist wird es dann als ein „Er hat halt einfach gerade viel zu tun.“ oder „Solche Phasen macht man in jeder Beziehung durch.“ abgestempelt.

Der Stich ins Herz

Wer kennt diesen Stich ins Herz, wenn du gerade erfährst, dass er nicht das Gleiche in dir sieht, wie du in ihm? Es ist ganz egal, ob er es dir persönlich sagt, dir schreibt oder ob er eine andere küsst – dieser Stich ist wohl eines der intensivsten Gefühle, welches man empfinden kann. Und es wird auch nie weniger schlimm werden, denn selbst wenn du es schon ahnst, fühlt es sich jedes Mal wieder so an, als würde er dir ein Messer mitten ins Herz stechen.
Was nach der schlechten Nachricht kommt, ist wohl eine der schlimmsten Zeiten, die du in deinem Leben durchstehen musst – dir geht es schrecklich. Du hast keine Lebensfreude und nichts und niemand kann dich aufheitern. Aber dieses Gefühl ist unfassbar wichtig, lass es zu. Du wirst daran wachsen, denn jetzt befindest du dich an deinem gefühlsmäßig größten Tiefpunkt. Und eigentlich weißt du, dass du diesen Tiefpunkt überwinden wirst – auch wenn du es jetzt gerade nicht zugeben möchtest. Gönn dir ein paar Tage Auszeit. Bleib im Bett liegen. Weine so viel du willst. Schau Liebesfilme und hör traurige Musik. Iss die ungesündesten Leckereien dieser Welt. Und trauere um den Verlust des einen Menschen, dem du dein Herz geschenkt hast. Aber lass diese Phase nicht zu lange andauern. Nach ein paar Tagen ist Schluss!

Der Weg zurück ins Leben

Jetzt musst du dir nur eines klar machen: Er wird nicht zurückkommen. Es gab Gründe, warum er dich verlassen hat – du musst sie nicht verstehen. Versuche, sie zu akzeptieren. Nimm es einfach so hin und hör auf, zu hinterfragen und zu analysieren. Es macht keinen Sinn, darüber nachzudenken, du wirst nichts mehr an der Vergangenheit ändern können. Du hast nicht die Schuld daran, dass er sich gegen dich entschieden hat.
Anstatt wieder in ein Loch zu fallen, wirst du genau das Gegenteil tun. Schenk‘ dir Liebe und Aufmerksamkeit. Mach dich wieder hübsch, versuche, die Tränen zu trocknen, geh raus und lass den Zauber des Lebens auf dich wirken. Jeden Tag ein bisschen mehr zurück in den Alltag finden. Erfülle dir Wünsche, die du lange hattest. Arbeite an den Dingen, die du ändern möchtest. Dein neues Projekt bist DU! Und das ist das schönste Projekt, das du in deinem Leben gestalten wirst. Dir steht die Welt offen und du brauchst niemanden außer dich selbst, um glücklich zu sein. Mach dir das jeden Tag klar. Du bist der Maßstab aller Dinge in deinem Leben.

„Habe Hoffnungen, aber niemals Erwartungen. Dann erlebst du vielleicht ein Wunder, aber niemals Enttäuschungen.“

Mein Herz wurde mir drei Mal gebrochen und wenn ich ehrlich bin, dann wird es das gerade schon wieder. Aber das ist okay so, denn ich habe keine Erwartungen an ihn. Es gab den Tag, an dem mir klar wurde, dass ich die Dinge so nehmen muss, wie sie kommen.
Heute behaupte ich: Jeder sollte mindestens einmal richtig schlimmen Liebeskummer gehabt haben. Denn wenn du Liebeskummer hast, gerätst du an deine emotionalen Grenzen. Und dich aus diesem persönlichen Tiefpunkt zu befreien, kostet dich viel Kraft und Geduld. Mit jedem Herzschmerz lernst du, besser damit umzugehen: Du gewinnst Vertrauen in dich und weißt, dass du jedes Tief überwinden kannst. Das sind Erfahrungen, die dein Leben prägen. Die Entwicklung, die du in den Phasen des Liebeskummers durchstehst, formt dich zu dem Menschen, der du heute bist.
Ich bin der Meinung: Liebeskummer tut gut! Denn du lernst dich von einer neuen Seite kennen und beschäftigst dich mit deinem Leben. Zeit mit dir selbst ist sehr wertvoll, weil du dir darüber klar wirst, was du in deinem Leben willst. Du arbeitest an dir und gelingt es dir, aus diesem Tief heraus zu gelangen, kannst du stolz auf dich sein. Der Fokus liegt auf dir – und gibt es etwas Schöneres, als sich nur auf die eigenen Ziele zu konzentrieren? Liebeskummer ist deine Zeit, dich mit dem zu beschäftigen, was du wirklich willst. Nutze diese Zeit für dich.

Verdammt, es tut so weh. So viel schrecklicher, als ich es mir je vorgestellt habe.
Es zieht sich dermaßen in die Länge. Das ist der Grund, warum es so schlimm ist – nicht die Intensität, sondern die Tatsache, dass ich nicht loslassen kann.
Ich muss mich lösen, ich will und ich kann ihn hinter mir lassen. Und das, was bleibt, sind die Erinnerungen, die uns immer miteinander verbinden werden. Aber ich bin bereit, neue Wege zu gehen und neue Erinnerungen zu schaffen.

Gastautorin: Theresa

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