Wie ich mit meiner Trennung umgegangen bin

Ich bin wieder aufgestanden, nachdem du mich zurückgelassen hattest. Ich habe mir den Schmutz aus dem Gesicht gewaschen und habe wieder den Kopf gehoben. Ich begann, wieder zu leben, ich atmete die klare Luft der Freiheit. Noch war ich mir nicht sicher, wo dieser Weg hinführen würde. Noch hatte ich nicht angefangen, dich aus meinem Herzen zu lassen. Noch trafen wir uns Woche für Woche an den selben Plätzen. Noch war der Abstand nur für kurze Zeit und meistens auch nur aus Trotz. Langsam versuchte ich, wieder zu laufen, taumelte und fiel hin. Noch wusste ich nicht, wie man alleine laufen kann und suchte wieder deine schützenden Arme. Immer wieder ließt du mich fallen, sodass ich wütend und enttäuscht wieder auf die Beine kam. Ich lief in die falschen Richtungen, um wieder umzudrehen und erneut eine Richtung zu wählen. Ich kam nicht weit, nicht weg von dir, obwohl ich langsam auch lernte, alleine Schritte zu machen. Ich fand mein Gleichgewicht wieder, ich lernte aber auch das Fallen und vor allem das Aufstehen. Manchmal schubsten wir uns, um den anderen zu verletzen. Manchmal reichten wir uns die Hände, um zu testen, ob der andere noch zugreift. Wir taumelten oft auf der Suche nach dem Weg, wir waren uns nicht sicher, ob wir in die richtigen Richtungen liefen. Wir waren froh um jeden Schritt, den wir uns entfernten. Ich war froh um jeden Moment, den ich alleine zurecht kam. Irgendwann merkte ich, dass ich gerne alleine lief, dass ich nicht mehr vor dir weglief, nicht mehr vor uns davonrennen wollte. Ich merkte, dass mein Herz kalt war. Es war Winter geworden und meine Spuren waren im Schnee zu sehen. Ich konnte den Weg sehen, den ich alleine zurückgelegt hatte und wie sicher meine Schritte waren. Ich spürte die Kälte, die ich in mir hatte und die Wut, die mich zur Eiskönigin machte. Wenn man genau hinsah, konnte man meinen kalten Blick sehen. Ich hatte mich befreit, es kam ganz leise über Nacht, wie der Schnee, der leise vom Himmel fällt. Ich brauche deine Arme nicht mehr, ich lande jetzt weich im Schnee. Ich habe keine Angst mehr vor dem Weg, denn ich kann ihn in meinen Spuren im Schnee sehen. Ich kann mich sehen, auch wenn es nur meine Fußspuren und der kalte Atem in der Luft sind. Ich bin erstarrt und kalt, wenn du in der Nähe bist. Es ist Winter und der Schnee legt sich schützend über mich und meine Narben. Er lässt mich frieren, aber er lässt mich auch aufatmen und gibt mir Zeit zum Heilen. Der Schnee fällt und fällt. Es war kalt geworden zwischen uns, wir können es beide spüren, den Winter in unseren Herzen. Doch ich freue mich über diese Kälte, denn ich kann endlich wieder atmen, durchatmen, aufatmen.

Trennungszeit
Die schwerste Zeit ist die Trennungszeit, vor allem wenn man den früheren Partner noch liebt und nicht loslassen kann. Jetzt ist alles ungewohnt und fremd und doch gleichzeitig vertraut. Man muss wieder lernen, sich selbst zu lieben und dass dies ausreicht. Mann muss alleine einschlafen und aufwachen. Die Zeit, die man mit dem Partner verbracht hat, nun anders ausfüllen. Es ist schwer, wenn man diese Schritte geht.
Sich selbst bemitleiden
Anfangs ist das völlig in Ordnung und sollte meiner Meinung auch jeder einmal tun – sich einfach mal so richtig im eigenen Mitleid baden. Ganz bewusst schnulzige Lieder hören, alte Fotos anschauen, die berühmte Trost-Schokolade herauskramen und den ganzen Tag im Bett bleiben. Warum das wichtig ist? Um den Schmerz zuzulassen und zu trauern. Erst wenn man diese Phase durchlebt hat, kann man kleine Schritte nach vorne machen. Mann sollte nichts verdrängen, da man sonst auch nicht loslassen kann.

Sich selbst glücklich machen
Nachdem man sich die Zeit gelassen hat, die Trennung zu verarbeiten, geht es daran, sich selbst wieder glücklich zu machen. Anfangs denkt man, man kann nie mehr glücklich sein, doch man muss sich dazu aktiv entscheiden. Möchte ich wieder glücklich sein, dann werde ich es auch wieder sein. Ich sollte mich ablenken, um nicht die ganze Zeit negativ zu denken.

  • in die Arbeit stürzen
  • Freunde treffen
  • Urlaub machen
  • Hobbys nachgehen
  • Neues ausprobieren
  • Zeit für die Familie nehmen

Zeit für mich
Es ist an der Zeit, sich um sich selbst zu bemühen. Das bedeutet, ich tu mir selbst etwas Gutes und verbringe Zeit mit mir. Das geht auf verschiedene Weisen – vielleicht mach ich Wellness oder tu Dinge, die ich wegen meines früheren Partners nicht getan habe. Egal was es ist, es muss mir selbst etwas Gutes tun.

  • neuen/alten Hobbys nachgehen
  • ein Bad nehmen
  • ein Buch lesen
  • Serien schauen
  • Spaziergänge machen
  • Neues machen (ein Haustier zulegen, einen Urlaub buchen, Freunde in Studiumsorten besuchen/eine neue
  • Wohnung beziehen/einen neuen Job suchen)
  • sich besondere Gerichte kochen

Zeit zum Loslassen
Manchen Menschen tut es gut, noch Kontakt mit dem alten Partner zu haben, manchmal schmerzt es aber nur noch mehr. Jeder braucht seine eigene Zeit, um abzuschließen. Ich brauchte ein halbes Jahr, um endgültig bereit zu sein, den Kontakt auf wenige Male zu beschränken. Ich finde, jeder muss selbst entscheiden, wie radikal er im Loslassen ist. Ich selbst habe alle Gegenstände in eine Kiste in den Keller gebracht und nur wenige in meiner Wohnung gelassen. Ich habe die Nummer nie ganz gelöscht, da ich eine spätere Freundschaft wollte. Doch man braucht Zeit, sich ein Leben ohne den geliebten Menschen aufzubauen. Um Abstand zu gewinnen, selbst zu erfahren, was man will oder eben nicht, und um sein Leben umzugestalten. Das heißt, man sollte sich nicht mehr jeden Tag oder jede Woche sehen. Denn erst, wenn der andere einen nicht mehr beeinflusst, treffe ich eigene Entscheidungen.

  • den anderen bei Facebook löschen oder Benachrichtigungen abschalten/gemeinsame Bilder auf privat stellen oder löschen
  • der anderen Person bei Instagram entfolgen (nach einem halben Jahr kann man sich ja wieder folgen)
  • Bilder sicher verwahren (Kiste/Festplatte)
  • Sachen zurückgeben (Klamotten/Kosmetik…)
  • gemeinsame Freunde anfangs seltener sehen, um zu vermeiden, sie auszufragen oder Regeln aufstellen

Ziele setzen
Jeder Mensch braucht Ziele im Leben, einen Weg, den er gehen will, um irgendwo anzukommen. Jetzt ist die Zeit gekommen, neue Wege einzuschlagen und sich selbst zu fragen: Was ist mir wichtig? Was macht mich glücklich? Wer bin ich und wo will ich hin? Jetzt kann ich mein Leben gestalten, wie ich es möchte und nur auf mich selbst Rücksicht nehmen und meine Bedürfnisse berücksichtigen. Es ist ein Geschenk, das man erhalten hat, wieder neu zu beginnen und aus den Fehlern zu lernen. Jetzt ist die Zeit, sich auf die Suche nach sich selbst und nach seinem eigenen Weg zu machen. Nimm das Geschenk an, liebe dich selbst und mach dich selbst glücklich.

Gastautorin: Madleine

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